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Christiane Mariane von Ziegler - Eine selbstbewusste Dichterin

Christiane Mariane von Ziegler
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Christiane Mariane von Ziegler

Im Rahmen unseres Engagements zur Pflege von Kultur und Bildung konnten wir gemeinsam mit der Stadt Leipzig im März 2006 eine Bronze-Gedenktafel für Christiane Mariane von Ziegler, Tochter des Bürgermeisters Romanus, einweihen. Damit gedachten wir der kulturellen Leistungen dieser Barock-Dichterin, die im 18. Jahrhundert das gesellschaftliche Leben der Stadt mitgeprägt hat.
Die Leipziger Grafikerin Ute Puder hat die Tafel gestaltet. Gegossen wurde sie von der Bronzegießerei Noack.
Amerikanische und britische Germanistinnen haben mit großzügigen Spenden diese Gedenktafel möglich gemacht.

Wir bedanken uns vor allem bei
- Frau Beate Locker, Kulturamt der Stadt Leipzig
- Herrn Dr. Ekkehard Henschke, Oxford
- Frau Prof. Dr. Helen Watanabe-O’Kelly
- sowie der Redaktion von „German Life and Letters“, Großbritannien

Die Tafel vor dem Romanushaus und trägt folgende Inschrift:

Die Tochter des Bürgermeisters Romanus war Dichterin und Musikerin, erstes und einziges weibliches Mitglied der »Deutschen Gesellschaft«. Als Dichterin war sie der Mittelpunkt eines literarisch-musikalischen Salons, in dem auch
J.C. Gottsched und J.S. Bach verkehrten. Bach vertonte mehrere von ihr verfasste Kantatentexte. Sie lebte vom 28. Juni 1695 bis 1.Mai 1760.

Christiane Mariane von Ziegler was a poet and musician and the daughter of Lord Mayor Franz Conrad Romanus, the builder of this house. She was the first and only female member of the Deutsche Gesellschaft‚ and a poeta laureatus of the University of Wittenberg. From 1723 she was at the centre of a large literary and musical salon, frequented also by J.C. Gottsched and J.S. Bach.
She lived from 28 June 1695 to 1 May 1760.

Stiftung »Bürger für Leipzig« / Stadt Leipzig 2006

 

Über das Leben und die Bedeutung der Zieglerin

Prof. Dr. Helen Watanabe-O'Kelly, Oxford
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Prof. Dr. Helen Watanabe-O'Kelly, Oxford

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand in Leipzig der erste literarisch-musikalische Salon, ein Treffpunkt von Dichtern, Musikern und Gelehrten beiderlei Geschlechts. Sein Mittelpunkt war Christiane Mariane von Ziegler, Tochter des Bürgermeisters Franz Conrad Romanus und seiner Frau Christiana Maria, geb. Brümmer.

Sie war Dichterin von schwärmerisch-barocken Reimen, spielte selbst Klavier, Laute und Querflöte. Und sie muss trotz ihres schweren persönlichen Schicksals – sie war zweimal verwitwet und hatte ihre beiden Kinder durch Tod verloren – eine charmant-selbstbewusste Frau gewesen sein, als sie um 1723 ihren Salon begründete.

Mit ihrem Namen verbinden sich die von berühmten Zeitgenossen, die in der Messe-, Musik- und Universitätsstadt des Barocks wirkten: Dazu gehörte u.a. der Komponist Johann Sebastian Bach, für dessen Kantaten sie mehrere Texte schrieb, beispielsweise „Also hat Gott die Welt geliebt“ (BWV 68). Eine andere bedeutende Persönlichkeit in ihrem Umfeld war Johann Christoph Gottsched, der als Sprach- und Literaturwissenschaftler an der Leipziger Universität wirkte.

In der von Gottsched herausgegebenen moralischen Wochenschrift „Die vernünftigen Tadlerinnen“ publizierte auch die Zieglerin, von der im Jahre 1728 der erste Band des „Versuches in gebundener Schreib-Art“ in Leipzig erschien.

Im Jahre 1730 wurde sie als erste und einzige Frau in die von Gottsched betriebene Deutsche Gesellschaft aufgenommen, die sich der Förderung der deutschen Sprache und Kultur angenommen hatte. In den darauf folgenden Jahren kamen weitere Publikationen der Zieglerin heraus, die zunehmend für die Gleichwertigkeit der Geschlechter plädierte.

Und als Höhepunkt ihrer Laufbahn als Dichterin kann ihre Krönung als Poeta Laureata der Universität Wittenberg am 17.Oktober 1733 angesehen werden. Der eigentliche Festakt fand in ihrer Gegenwart etwas später in dem Salon in Leipzig statt, der heute leider nicht mehr lokalisiert werden kann. Allerdings musste sich Christiane Mariane von Ziegler der Schmähschriften erwehren, mit denen Leipziger Studenten gegen ihre Krönung protestierten.

Ihr Glanz als Mittelpunkt eines Salons begann zu verblassen, als ab 1735 die Spannungen zwischen dem einflussreichen Ehepaar Gottsched und der Zieglerin zunahmen und Spott und Hohn über ihre Dichtung verbreitet wurden.

Ihr späterer Ehemann, der Göttingen Professor Wolf Bathasar Adolph von Steinwehr veranlasste einige Jahre später, dass ihre „Vermischten Schriften in gebundener und ungebundener Rede“ (1739) in Göttingen erscheinen konnten.

Mit ihrer erneuten Heirat im Jahre 1741 und ihrem Wegzug nach Frankfurt an der Oder zu ihrem Mann scheint auch die dichterische Produktion der Zieglerin zu einem Ende gekommen zu sein. Im Jahre 1744 erschien als ihre letzte Publikation die Übersetzung „Gedanken über verschiedene Sachen, welche zur Gelehrsamkeit und Sittenlehre gehören“. Am 30. Mai 1760 starb sie in Frankfurt an der Oder.

Dr. Ekkehard Henschke, Oxford

 
Für dieses Projekt bitten wir auch nach der Fertigstellung um Spenden: die Pflege der Bronzetafel ist einmal jährlich erforderlich. Sie wird durch die Bronzegießerei fachgerecht ausgeführt. Dafür würden wir Ihre Spende gern dankbar einsetzen.



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